Landwirtschaftliche Objekte aus Holz, Agrarmuseum Wandlitz

Landwirtschaftliche Objekte aus Holz, Agrarmuseum Wandlitz

Stiftendrescher, Agrarmuseum Wandlitz

Mehrere landwirtschaftliche Objekte des Agrarmuseum Wandlitz wurden von TriKonBerlin bearbeitet. Ein Stiftendrescher, eine Windfege, eine Quarkbank, eine Schubkarre, ein Jaucheschöpfer, ein Pökelfass und ein Düngerstreuer aus der Dauerausstellung bekamen eine restauratorische Behandlung.

Der Stiftendrescher

Ein Stiftendrescher wurde zum dreschen von Getreide verwendet. Eine große mit Stiften besetzte Walze wird gedreht und schlägt so die Körner aus den eingeschobenen Ähren.

Der Stiftendrescher wurde gereinigt, und die Metallteile mit Korrosionsschutzwachs konserviert. Die kreuz und quer eingeflickten Drähte des Schutzgitters wurden entnommen und das Gitter in seiner ursprünglichen Optik ergänzt und retuschiert.

Pökelfass und Jaucheschöpfer

Beide Objekte haben sich nach dem Umzug von den unklimatisierten ehemaligen Ausstellungsräumen in das neue Gebäude verändert. Durch die trockenere Raumluft und das stabile Klima in den Räumen des neuen Museumsgebäudes sind die Holzdauben geschrumpft. Zwischen den Dauben sind Schlitze entstanden und die Metallreifen lagen nicht mehr passgenau um die Gefäße. Bei Berührung klappten die Gefäße auseinander.

Nach einer dokumentierten Demontage aller Daubenhölzer wurden die Oberflächen gereinigt und die Metallreifen konserviert. Es wurden Zwischendauben geschnitzt, retuschiert und eingefügt um die Festigkeit der Bottiche wieder herzustellen. Damit die Metallreifen wieder genug Anpressdruck ausüben konnten wurden sie unterlegt.

Quarkbank

Auf der Quarkbank konnte sich der Bruch von der Molke trennen. Die Molke läuft durch vertiefte Rinnen in einen bereitstehenden Eimer ab. Der feste Quark wird von den Holzfächern zurückgehalten.

Die Quarkbank besteht aus zwei Teilen, dem Aufsatz mit drei Fächern und dem Untergestell/ Ablauftisch. An dem Aufsatz waren die gezinkten Eckverbindungen aus dem Leim gegangen. Die Leimung der Bretter des Untergestells hat sich gelöst und es ist ein 10 mm großer Spalt entstanden. Die Gratleiste unter der Tischplatte ist aus der Gratnut gerutscht. Die Eckverbindungen wurden mit historischer Leimrezeptur gefestigt und die Gratleiste mit Zwischenblättern wieder in der Nut fixiert. Der Spalt im Untergestell musste mit einer Ergänzung geschlossen werden da sonst das Stecksystem aus Beinen und Gratleiste nicht mehr ineinander gepasst hätte.

Schubkarre

Durch ehemaligen Anobienbefall (Holzschädlinge) ist die Holzsubstanz des Objekts stark geschädigt und die vielen Fraßgänge der Larven haben bestimmt 30 % des Materials entfernt. Dadurch ist das Objekt sehr fragil und dünnere Materialstärken brechen leicht aus. Dazu kommt dass die Schubkarre während ihres Nutzungszeitraumes wiederholt ausgebessert, repariert und geflickt wurde. Auch haben die Besucher des Museums die Schubkarre wiederholt im Raum hin und her geschoben. Insgesamt ist die Schubkarre ist in einem sehr schlechten Zustand. An den Stellen an denen das Material besonders stark abgebaut ist, sowie die Stellen wo Holzverbindungen sind, muss das Holz gefestigt werden. Alle Metallteile bekommen einen Überzug aus Korrosionsschutzwachs.

Windfege

Eine Windfege, hat den Zweck, aus dem ausgedroschenen Getreide alle unbrauchbaren Teile zu entfernen und das gewonnene reine Gut zu sortieren. Es wird die Wirkungen von Windstrom und Rüttelsieb vereinigt. Durch eine Handkurbel angetriebene Ventilatorflügel erzeugen den Wind um die Spreuteile wegzublasen. Rüttelsiebe sortieren die Körner nach Größe.

Die Oberfläche der Windfege war verstaubt, im Inneren befanden sich stärkere Staubschichten. Die dunkelgrüne Farbfassung ist bedingt durch die Nutzungsgeschichte an einigen Stellen abgegriffen und an vielen Flächen schon sehr stumpf geworden. Die Abdeckung der Ventilatorenflügel saß nicht mehr dicht am Gehäuse an. Die Holzverbindungen an den Ecken der Siebrahmen waren an mehreren Stellen gebrochen oder gelöst. Die Metallgitter der Siebe waren stark korrodiert. Der eine Tragegriff war längs der Holzfaser gebrochen. Die Restaurierung der Windfege strebt ein gepflegtes Erscheinungsbild an. Die Spalten und Bruchstellen wurden geschlossen, die Rüttelsiebe gefestigt und die Eckverbindungen ertüchtigt. Alle Metallteile bekamen einen Überzug aus Korrosionsschutzwachs.

Landwirtschaftliche Objekte aus Holz, Agrarmuseum Wandlitz