Restaurierung des Impfstofflabors im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Restaurierung Impfstofflabor

Restaurierung Impfstofflabor im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin

Das Team von TriKonBerlin wurde mit der Reinigung und Restaurierung des ehemaligen Impfstofflabors in der Gedenkstätte NS Zwangsarbeit beauftragt.

Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit ist Teil des Projektes „Topographie des Terrors“ in Berlin. Ziel ist die Dokumentation und Aufarbeitung des Terrors in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland zwischen 1933 und 1945.

Auf dem historischen Gelände eines ehemaligen Zwangsarbeiterlagers mitten in Berlin befindet sich das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit. Es dokumentiert das Schicksal der Zwangsarbeiter in der Zeit des Nationalsozialismus und ist das einzige seiner Art in Deutschland.

Das Lager wurde 1943 vom „Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt“ (GBI) unter der Leitung Albert Speers mitten in einem Wohngebiet errichtet und ist weitgehend erhalten geblieben. Auf dem 3,3 ha großen Areal befanden sich mehrere Steinbaracken für insgesamt 2.160  Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen.

Nach 1945 nutzte zunächst die Rote Armee einige Baracken als Lagerraum. In die sechs Baracken, die heute zum Dokumentationszentrum gehören, zog vermutlich 1947 das Impfstoff-Institut der DDR ein.

Nach 1989 wurde das Impfstoff-Institut abgewickelt, ab 1995 stand dieser Teil des historischen Lagergeländes über zehn Jahre leer.

Im Sommer 2006 eröffnete auf einem Teil des heute denkmalgeschützten historischen Geländes das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit als Ausstellungs-, Archiv- und Lernort.

Seit 2010 kann eine der Unterkunftsbaracken besichtigt werden. Im Mai 2013 eröffnete die neue Dauerausstellung „Alltag Zwangsarbeit 1938-1945“.

Im Zuge der Umbau- und Sanierungsarbeiten im Jahr 2015 in der Baracke 5 des Dokumentationszentrum NS Zwangsarbeit, wurde beschlossen einen Raum des ehemaligen Impfstoffinstitutes der DDR zu erhalten. Vor den Restaurierungsarbeiten wurden die Behälter geöffnet und auf Schadstoffe untersucht.

Im Anschluss hat das Restauratoren-Team von TriKonBerlin mit den Restaurierungsarbeiten begonnen.

Restaurierung Impfstofflabor

Im Raum befinden sich drei relativ baugleiche Apparaturen zur Herstellung von Reinstwasser. Alle werden mit Leitungswasser gespeist und haben einen Anschluss ans Abwasser. Die Apparaturen bestehen aus Glasbehältern und Rohrleitungen, welche an der Wand befestigt und untereinander verbunden sind. Die Glasteile sind durch miteinander verschraubte Kunststoffringe und Gummidichtungen verbunden.

Impfstofflabor 2

Verbindungsteile zwischen den Glasbehältern und Rohren, Zustand nach Restaurierung

Jede der drei Anlagen besitzt einen Schaltkasten mit dem die elektrischen Bauteile betätigt und gesteuert werden können.

Weiterhin befinden sich ein Waschbecken, ein Boiler, ein Regalbrett, ein Sicherungskasten, ein Heizkörper und zwei Lampen in dem Raum. Im Boden ist ein Bodenablauf da in dem Raum viel mit Wasser gearbeitet wurde und um die Reinigungsarbeiten zu erleichtern.

Der gesamte Raum war in einem verschmutzten Zustand. An den Wänden waren Spinnenweben und Staub, die Einzelteile der geöffneten Behälter und die Reste der Ionentauscherharze lagen auf den Fußboden herum. An dem Fenster waren Fetzen
aus Alufolie befestigt.

Impfstofflabor

Raum vor der Restaurierung, teildemontierte Anlagen

Die demontierten Einzelteile waren ungeordnet und mit Ionentauscherharz Kügelchen behaftet.

Impfstofflabor

Waschbecken mit demontierten Einzelteilen der Anlage

Die Apparate waren verstaubt und einzelne Glasteile gebrochen. Die Schrauben, mit denen die Glasröhrenverbinder verschraubt sind, waren größtenteils stark korrodiert. Auch andere Metallteile wie zum Beispiel Halterungen zeigten starke Korrosion.

Impfstofflabor

Korrosionsprodukte an der Halterung des Ionetauschers an Anlage 1

Restaurierung Impfstofflabor: Reinigung und Konservierung

Zuerst wurden alle drei Anlagen mit Pinsel und Staubsauger von aufliegendem Schmutz und Staub befreit. Auch die Wände und der Fußboden des Raumes wurden abgesaugt. Die demontierten Teile wurden geordnet und gereinigt.

Impfstofflabor

Reinigung der Einzelteile eines Winkelstückes

Die Korrosionsprodukte an den verrosteten Metallteilen wurden mit einem rotierenden Stahlbürstchen entfernt. Auch hier wurde der Schleifstaub mit einem Staubsauger abgesaugt. Die Metallteile wurden gewachst. Die Wachsschicht bildet eine Schutzschicht gegen Luftfeuchtigkeit und schützt zudem vor Schadstoffen.

Impfstofflabor

Schrauben Vorzustand

Impfstofflabor

Schrauben nach dem die Korrosion entfernt und eine Wachsschicht aufgetragen wurde, Nachzustand

Alle Kunststoffteile und Schläuche wurden gereinigt.

Impfstofflabor

Behälter mit Heizelement Anlage I, Vorzustand

Impfstofflabor

Behälter nach Reinigung (von Außen), Nachzustand

Weiterhin wurden die demontierten Teile der Apparate wieder montiert. Der Boden wurde abschließend gesaugt und gewischt.

Impfstofflabor

Glasröhrenverbinder und korrodierte
Schrauben, Vorzustand

Impfstofflabor

Glasröhrenverbinder und korrodierte
Schrauben, Nachzustand

Impfstofflabor

Das Impfstofflabor kann besichtigt werden auf dem Gelände des

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide
Britzer Straße 5
12439 Berlin

Tel.: +49(0)30-63 90 28-80

Web: http://www.dz-ns-zwangsarbeit.de/

Öffentliche Führungen
So,   3. Jan. 2016, 15 Uhr
So, 17. Jan. 2016,  15 Uhr
So,   7. Feb. 2016,  15 Uhr

Öffnungszeiten
Di-So 10 – 18 Uhr

Der Eintritt ist frei.