Restaurierungsarbeiten an historischen Maschinen und ehemaligen Arbeitsplätzen in der Völklinger Hütte, Saarland

Restaurierungsteam vor Hochofen 6, Völklinger Hütte

Restaurierungsteam vor Hochofen 6, Völklinger Hütte

 

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte im Saarland ist das erste Denkmal aus der Blütezeit der Industrialisierung, dass in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. Heute ist die Völklinger Hütte nicht nur das weltweit einzige Eisenwerk dieser Epoche, das vollständig erhalten ist – es ist zugleich ein einmaliger Schauplatz internationaler Ausstellungen, Festivals und Konzerte. Die historischen Anlagen der Roheisenproduktion sind in der Völklinger Hütte komplett erhalten. Mehrere Kilometer Besucherwege führen zu Meilensteinen der Technikgeschichte wie dem einmaligen Erzschrägaufzug, den gewaltigen Gebläsemaschinen und der Sinteranlage. Ein besonderes Erlebnis ist neben dem gigantischen Gewirr der Rohre der Aufstieg auf die Aussichtsplattform über den Hochöfen in 45 Meter Höhe. Von dort kann man die gesamte Industrielandschaft des Weltkulturerbes überblicken.

TriKonBerlin hat in diesem Restaurierungsabschnitt die Arbeitsplätze der Stahlarbeiter konserviert und restauriert. Es sind die Orte an denen die Arbeiter Maschinen und Anlagen bedient, ihre Pausen verbracht oder sich nach Schichtende gewaschen haben. Häufig sind diese Orte improvisiert errichtet und mit den auf der Hütte vorhandenen Mitteln ausgebaut worden. Typisches Beispiel dafür sind Metallspinde, die aus massiven Stahlplatten roh zusammengeschweißt wurden. Oft finden sich in den Aufenthaltsräumen auch Möbel, die offensichtlich zu Hause ausrangierte wurden. Typische Beispiele sind Wohnzimmerschränke, Regale oder Sessel. Daneben umfassen die Ensembles kleinere Maschinen und Steuerungsanlagen, die für den Betrieb der Hütte unerlässlich waren. Aufgrund des improvisierten Charakters der Ensembles und ihrer ungeschützten Wetterexposition waren die einzelnen Objekte heute in einem schlechten bis sehr bedenklichen Erhaltungszustand. Es wurden deshalb Maßnahmen durchgeführt mit denen der nach Betriebsende eingetretene Verfall der Ensembles gebremst wurde.