Zuckerdosen aus der Gedenkstätte Sachsenhausen

Zuckerdosen aus der Gedenkstätte Sachsenhausen

Zuckerdosenfragment während der Bearbeitung, Reinigung mit Freilegemesser und Glasfaserradierer mit Nylonmine

Bei Sanierungsarbeiten in der Gedenkstätte Sachsenhausen wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche kleine Aluminiumdosen geborgen. Die Insassen des sowjetischen Speziallagers (1945 – 1950) nutzten die Dosen für die Entgegennahme und Aufbewahrung von Zucker und Marmelade. Mehr zur Geschichte der Dosen weiter unten.

Reinigung:

Die Objekte sollten von Korrosionsprodukten und Schmutz befreit werden. Dadurch wurden die Einritzungen und Gravuren besser lesbar. Die Patina des „Bodenfundes“ sollte aber nicht komplett verschwinden um die Geschichte der Objekte lesbar zu halten. Eine Wachsschicht konserviert die Objekte für weitere Lagerung, Ausstellung oder Leihverkehr. Manche Objekte sind mit einer sehr großen Inventarnummer beschriftet, diese wurden entfernt.

Die Mehrzahl der auf dem Gelände der Gedenkstätte geborgenen Dosen trägt keine Gravuren. Einige Häftlinge verzierten ihre Aluminiumdosen aber mit Namenszügen, Initialen, Barackennummern, Ornamenten, Symbolen und teilweise sogar mit kunstvollen bildlichen Darstellungen. Die Gravuren auf den Zuckerdosen spiegeln die Gefangenschaft aus der Sicht der Häftlinge wider. Sie zeigen mögliche Innen(an)sichten der Betroffenen und überliefern auf diese Weise „wenn auch chiffriert“ deren Gedanken und Gefühle während der Haftzeit. Die Häftlinge gravierten meist mit alten Nägeln, die sie aus den Holzpritschen zogen und mühevoll auf einem Stein flach schliffen, oder mit anderen spitzen Gegenständen wie Glasscherben, Draht, Messern oder Schuheisen. Selten hatten sie Gelegenheit, professionelles Gravierwerkzeug aus den Werkstätten des Industriehofs zu benutzen.

Mehr über die Zuckerdosen hier:

 „Bittersüß“  – Geschichte(n) des Hungers:
Zuckerdosen aus dem sowjetischen Speziallager Nr. 7 in Sachsenhausen 1945-1950

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Straße der Nationen 22
D-16515 Oranienburg

Öffnungszeiten

15. März bis 14 Oktober: täglich 8.30 – 18.00 Uhr
15. Oktober bis 14. März: täglich 8.30 – 16.30 Uhr

Während der Winteröffnungszeit sind die Museen montags geschlossen.

Der Eintritt ist frei.